• Patrick

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Aktualisiert: 28. Juni 2018

Draußen sein ...


Die Schwäbische Alb

Seit über 7 Wochen bin ich jeden Tag draußen.

Das heißt, ich befinde mich 24 Stunden am Tag an der frischen Luft. Ob ich nun auf dem Rad sitze oder aber nachts im Zelt liege … ich bin draußen.

Und ich genieße es. Ich spüre die Luft, die Umgebung, die Natur. Ich atme besser. Ich atme leichter. Ich rieche besser und mehr. Ich spüre mehr.

Temperaturen, Regen, Gewitter, Staub, Wiesen und Wälder, Tag oder Nacht und jedes Tier und jede Pflanze, die unmittelbar in meiner Nähe ist.

Das ist Leben. Das heißt zu leben …

Den Gewalten der Natur ausgesetzt zu sein und sich nach ihnen zu richten. Sich nach den Gesetzen der Natur zu richten. Sich ihnen zu fügen und nicht gegen sie anzukämpfen. Sich einzufügen. Sich arrangieren. Sich der Erde ergeben ...


Abseits der Radwege erkunde ich gern das Umland. Baden-Württemberg.

Jeder, der sich in die Natur begibt, wird früher oder später ihren rauem Charme erliegen.

Und auch nur, wenn Du bereit bist, Dich einzuordnen.

Du hast keine andere Wahl. Du bist nur ein Blatt im Wind, und nur wenn Du Dich als dieses akzeptierst, wirst Du den richtigen Zugang erhalten und dich über Wind und Wetter freuen.

Man kann nicht gegen diese immense Kraft der Erde ankämpfen. Man kann sich nur einfügen und ehrfürchtig staunen. Ansonsten wird man kläglich scheitern.


Selbstporträt an der Schwäbischen Alb

Ich liebe es draußen zu sein. Es macht mich glücklich.

Ich spüre die Erde und mich ... Auch wenn der Komfort im Zelt und auf der Isomatte ein anderer ist, als ich gewohnt bin, schlafe ich dennoch wesentlich intensiver.

Ich weiß nicht, ob das besser ist, aber ich fühle mich lebendiger.

Meine Träume sind um ein Vielfaches näher an meinem Alltagsbewusstsein und ich habe das Gefühl, mehr ein Teil dieser Welt zu sein. Ein Teil dieses großen Mysterium Erde, das wir zu entdecken hier her gekommen sind.

Wir sind nur Wanderer in den Welten und nicht wirklich für ein rein konsumierendes System geschaffen. Wir sind ein aktiver Teil, der in der Wahrnehmung unserer sozialisierten Erkenntnis festzustecken scheint.

In Wirklichkeit steht uns ein enorm größerer Teil an Wahrnehmung zu Verfügung. Sei es nun auf Visueller oder aber auf Erkenntnistheoretischer Ebene.

Wir können nur staunen und versuchen zu verstehen. Genau aber das versucht der heutige Mensch aber nicht, denn er fühlt sich bereits an seiner Stufe der Evolution mit der Natur für angekommen.

Wir sollten uns zurücknehmen und uns neu einordnen. Das genau tue ich gerade.


Die Erde

Draußen sein, bringt Dich genau dort hin.

Du kannst Dich nur fügen, Dich auf Deine Sinne verlassen und Dich ehrfürchtig Deiner natürlichen Umgebung ergeben.

Wir sind nicht mehr oder weniger wert, als ein Grashalm am Wegesrand oder die Fliege auf dem Tisch …

Oftmals wurde ich schon als philosophieverseuchter Spinner abgetan …, aber genau das macht einen für mich echten Menschen aus.

Die Fähigkeit sich selbst zu reflektieren, gesehen im Ganzen, ist die Eigenschaft, aus uns etwas mehr zu machen, als den reinen domestizierten Homosapiens.

Das besitzt Nachhaltigkeit im geschichtlichen Zeitgeschehen. Wir müssen uns weiterentwickeln auf der Grundlage der vorherrschenden Natur.

Mit ihr und nicht gegen sie.

Wir benutzen nur einen geringen Teil unseres Gehirns und das ist bestimmt nicht so gedacht.

Wir sind zu mehr fähig … Warum erforschen wir uns also nicht und analysieren unseres bisheriges Dasein?


Draußen sein, verbindet Dich genau mit dem Teil, den wir im Laufe der Menschheit verloren haben.


Unsere Verbindung zur Natur.

Das ist der Schlüssel, mit dem wir ansetzen müssen.

Nur durch sie haben wir Zugang zu den Mysterien, die uns umgeben.

Nur dadurch erhalten wir genügend Ehrfurcht sie zu bewahren und somit auch uns.

Das erdet uns und bringt uns ins Gleichgewicht.


Es gibt nur ein Unterordnen, ein Miteinander und kein Gegeneinander. Sie allein lehrt uns die Demut, die uns abhandengekommen ist.


Ohne das sind wir verloren ...


Die Natur lehrt uns, sich einzufügen.

Radreisende die wir nicht näher kennenlernten … Auf unserem Weg haben wir viele Radreisende getroffen.

Die meisten von ihnen waren für ein bis zwei Wochen im Urlaub unterwegs.

Nur eine Handvoll war länger unterwegs.

Die meisten Radreisenden in halbwegs besiedelten Gebieten Europas halten erst gar nicht an, wenn man sich begegnet. Man wird zwar fleißig gegrüßt und auch häufig beäugt und belächelt, aber ernsthaftes Interesse kommt nur selten auf.

Meist will man wissen, wie lange man schon unterwegs ist, wo es hingeht und vor allem, wie viel Kilometer man denn so am Tag fährt.

Was um Himmels willen geht da in den Leuten nur vor? Auf welchem Trip sind denn alle?

Gibt es denn auf einer Radreise nichts Interessanteres, als die am Tag zurückgelegte Strecke?

Radfahren macht ja Spaß und vielen macht eine enorme Streckenbewältigung am meisten Spaß, aber es passiert doch so unendlich viel mehr auf seinem Weg.

Natürlich kann man stolz über seine Leistung sein, aber es gibt doch weitaus Schöneres zu erleben. Wie sieht es z.B. mit der erlebten und durchfahrenen Natur aus? Hat man bei 80 – 175 km pro Tag überhaupt noch die leiseste Chance auf Wahrnehmung? Geht es allen nur noch um sportliche Anerkennung? Oder ums miteinander messen anhand gefahrener Kilometer am Tag? Bleibt bei dieser Anstrengung noch Zeit für Verweilen, ein Schwätzchen halten oder gar Genießen? Dient ein Urlaub nicht mehr der Erholung?

Zeitweise komme ich mir vor wie ein Außerirdischer. Natürlich gibt es wenige, die auch beides miteinander vereinen.

So registriere ich doch einen großen Teil, der einfach durch Landschaft und Augenblicke durchrauscht. Natürlich bin ich mit meinem Rad nebst Anhänger bepackt wie kein Zweiter und das allein macht mich schon zu einem Langsamtreter.


Weinberge am Neckar

Aber ich nehme mir auch die Zeit für einen Kaffee, einen Bummel, die Bank zum Ausruhen, den Ausblick, die Blume am Wegesrand, den alten Baum, den Wald, die Weide oder das kleine Tier, welches versucht, die Straße zu überqueren ...


Eine Schnecke am Wegesrand

Ist es nicht genau das, was wir aus unserem Blickwinkel verloren haben? Unsere Umgebung mit all ihren Bewohnern und Lebewesen, in all ihrer Individualität und Einzigartigkeit.

Das setzt natürlich voraus, dass man sich auf ein und dieselbe Stufe stellt mit seiner Umgebung.


Und wenn man dem Mensch und seine Auswirkung auf die Erde, also unseren geschenkten Lebensraum, im Vergleich zu, sagen wir einmal, einem Karpfen am Grund eines Weihers vergleicht, wird man feststellen, unter aller erkenntnistheoretischer Prinzipien, dass der Mensch nicht mehr wert ist, als jedes andere Lebewesen. Im Gegenteil.

Wir sind unser und jedes anderen größter Feind.

Und obwohl doch unser Intellekt wahrscheinlich ein größerer sein wird, als der unseres Karpfens, bringen wir nichts Entsprechendes damit zustande.

Das sollten wir uns vor Augen halten und demütig unsere Umgebung betrachten.


Ein Rosenkäfer

Dann gibt es noch den Radreisenden, der die bereisten Länder sammelt, wie ein Quartett.

Dieser Typus jettet gern von Land zu Land und verbringt dort einen Radurlaub, der meistens voll durchgeplant ist und oftmals mit vielen Kilometern am Tag, die man zu Hause am Rechner abcheckt und dann per Navi abradelt.

Der Urlaub ist dann aber leider dahin, wenn man sich nicht schnell genug akklimatisiert oder wenn die Straße so nicht mehr da ist oder gar verlegt ist.

In aufstrebenden Nationen wie China keine Seltenheit.

Oder aber das Rad ist beim Transport beschädigt oder abhandengekommen.

Darüber sollte man sich Gedanken machen, wenn man für wenige Wochen oder Tage in fremden, fernen Nationen radelt.

Was man bei solchen Unternehmungen von Land und Leuten aufnehmen kann, bleibt dahin gestellt.

Ganz abgesehen vom ökologischen Berserkertum eines Fluges.

Es soll ja jeder machen, wie er meint.

Diese Gedanken sollen ja nur anregen, über Alternativen nachzudenken und somit für sich den geeignetsten Trip zu entdecken.

Darum geht es mir eigentlich.

Entdeckungen, die man nur wahrnimmt, wenn man sich Zeit lässt und auch mal etwas dem Zufall überlässt.

Wahrnehmung erschließt sich nur, wenn man abseits der Gewohnheit und des Bekannten wandelt.

Zweimal hinschauen und auch differenzieren, ob sein vorgefertigtes Denken nicht vielleicht überholungsbedürftig ist.

Sind wir das Maß aller Dinge oder ist es vielleicht doch der einfache Landarbeiter.

Was ist mit den Armen und den Obdachlosen?

Wie sehen ihre Schicksale aus?

Ist der westliche Mensch wirklich Vorbild?

Was wird unserem Handeln in ein paar Jahrzehnten für Konsequenzen haben?

Kann ich weiterhin so mit der Erde umgehen?

Oder muss ich vielleicht doch bei mir selbst anfangen, die Dinge zu ändern?




Deutschland - Video

Ich habe für Euch ein Video unseres Weges durch Deutschland entlang des Rheins gemacht.

Ich hoffe, es gefällt Euch.

Die Musik dazu ist ganz spontan unterwegs entstanden.






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